Politische Bildung


Aktuelles Projekt




Das Centrum für angewandte Politikforschung und das Institut Kunstpädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München erforschen mit der Akademie Kinder philosophieren innerhalb eines Kooperationsprojektes die Möglichkeiten und das Bildungspotential der Vernetzung der Fachbereiche: Philosophie, Politik und Kunst. In einem Seminar im WS 2011/12 werden Studierende der Kunstpädagogik politische Begriffe philosophierend in Bilder umsetzen. Das Nachdenken über politische Begriffe ist ein Philosophieren über die grundsätzlichen Fragen des Lebens, die jeden Menschen angehen. Im kreativen Ausdruck vertieft sich diese kognitive Reflexion. Beispiele für Begriffe, mit denen gearbeitet wird: Globalisierung, Gerechtigkeit, Emanzipation, Freiheit, Gleichheit, Glück, Macht, Populismus, Korruption, Idealismus, Konformismus, Demokratie, Revolution, Einheit, Recht, Doktrin… Im Anschluss wird die Methodik in schulischen Kontexten erprobt. Die Ergebnisse werden wissenschaftlich ausgewertet, veröffentlicht und in einer Ausstellung präsentiert. Zu deren Eröffnung wird es einen Empfang geben mit Vertretern der Fachbereiche als Redner.
(Zeitpunkt etwa Ende April)

Verantwortlich für das Konzept:
Johanna Eder, M.A. : johanna.eder@lrz.uni-muenchen.de ; Eva Feldmann-Wojtachnia : eva.feldmann@lrz.uni-muenchen.de ; Julia Potthoff : philo@kinder-institut.de


Kinder philosophieren am C·A·P: Workshop unter Leitung von Julia Potthoff

Gibt es dumme Fragen? Was ist ein Gedanke? Woher weiß ich, was richtig oder falsch ist? Was ist gerecht? Mit diesen Grundfragen der Philosophie beschäftigten sich Kinder im Alter von 7-11 Jahren in einem vierteiligen Workshop der Forschungsgruppe Jugend und Europa am C·A·P. Diese Veranstaltungsreihe hatte zum Ziel, die methodisch-didaktischen Möglichkeiten des "Kinderphilosophierens" im Hinblick auf ihre Verknüpfungsmöglichkeiten mit Ansätzen der politischen europabezogenen Bildungsarbeit zu testen. Der Blick richtete sich hierbei speziell auf eine ganz besonders junge Zielgruppe: Kinder im Grundschulalter.  Im Mittelpunkt der Workshops stand die Sensibilisierung für philosophische und ethische Fragen rund die Themen Gedanken- und  Meinungsfreiheit, Grundwerte sowie Recht und Gerechtigkeit. Damit die neu gewonnenen Erkenntnisse für die Kinder aber nicht abstrakt blieben, wurden sie kreativ und bildlich umgesetzt.



Bei der Methode des "Kinderphilosophierens" steht das Kind steht mit seinen Gedanken im Mittelpunkt. Die Moderatoren begleiten und unterstützen die Kinder in ihrem Nachdenken, halten sich aber mit persönlichen Ansichten zurück. Ziel ist es, zu einem Thema eine Fragehaltung einzunehmen, darüber genauer nachzudenken und anschließend eigene Erkenntnisse selbst zu formulieren. Indem die Kinder ihre (oft sehr unterschiedlichen) Meinungen kennen lernen, werden ihre Toleranzfähigkeit und das Verständnis für andere Ansichten. Durch die offengelegte Perspektivenvielfalt erweitern Kinder ihren persönlichen Horizont. Auch wird durch diese Methode das eigene Selbstvertrauen gestärkt, da jeder Gedanke wertgeschätzt und ernst genommen wird. Auf dieser Basis können werden sie unterstützt, einen eigenen Standpunkt zu finden und diesen auch zu begründen.



Die Kinder werden unter Anleitung der Moderatorin Julia Potthoff zum eigenständigen Philosophieren angeregt. Die vier Workshopmodule fanden im Juli 2009 unter Leitung von Julia Potthoff und Marek Bartos statt. Beide Moderatoren haben die noch recht neue Zusatzausbildung der Akademie Kinder philosophieren im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (Freising) absolviert. Geplant ist die Fortführung der Workshopreihe im Herbst 2009 zur Sondierung geeigneter europapolitischer Inhalte und Themen im Rahmen des Kinderphilosophierens. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Eva Feldmann-Wojtachnia (Forschungsgruppe Jugend und Europa am C·A·P).



Projekte der Forschungsgruppe Jugend und Europa werden im Rahmen des Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Kinder mit brennenden Fragen nicht alleine lassen/ Politik aus Kindersicht

Die Tagung thematisiert die Rolle der Politischen Bildung im alltäglichen Zusammensein mit Kindern in Kindergarten, Schule, Familie und außerschulischer Kinderarbeit. Sie fragt nach der Bedeutung von Politik in der kindlichen Lebensrealität und den entwicklungspsychologischen Voraussetzungen für kindliches Politikverständnis. Zudem werden anhand von Best-Practice-Beispielen Zugänge präsentiert und zur Diskussion gestellt, die zum Ziel haben, Kinder in gesellschaftlichen Fragen partizipieren zu lassen, mit Kindern über politische Werte zu philosophieren sowie neue Medien zu nutzen, denen es gelingt, Kindern politische Informationen nahe zu bringen. In eintägigen Workshops werden diese Aspekte vertieft.
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Friedensbüro Salzburg, dem Zentrum für Kindergartenpädagogik, Südwind Entwicklungspolitik Salzburg, Pädagogische Hochschule Salzburg


ReferentInnen:
Stefan Kühne, dipl. Erwachsenenbildner, Leiter der wienXtra Jugendinfo Univ.-Prof.in Dr.in Ingrid Paus-Hasebrink, Universität Salzburg, Institut für Kommunikationswissenschaft Julia Potthoff, Zentrum für angewandte Politik, München Prof.in Dr.in Dagmar Richter, Technische Universität Braunschweig, Fakultät für Geistes- und Erziehungswissenschaften MMag.a Kathrin Stainer-Hämmerle, Universität Klagenfurt, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft


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